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FamilienLeben | Generationen – gemeinsam

15.10.2006

Theologische Impulse

Die vier Dekanate der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Biedenkopf, Dillenburg, Gladenbach und Herborn haben sich für das Jahr 2007 den Themenschwerpunkt „FamilienLeben – Generationen gemeinsam“ gesetzt. Sie beweisen damit Mut und mischen sich in eine gesellschaftliche Debatte ein, zu der die Evangelische Kirche bisher eher wenig zu sagen hatte.

Die Kirche hat aber ein eminentes Interesse an der Lebensfähigkeit von Familien, denn „ohne Familie verlernt eine Gesellschaft schlichtweg die Liebe.“ So hat es der SPIEGEL im April diesen Jahres formuliert. In der Familie werden Solidarität und Empathie erlernt. Sie ist eine „Schule der Mitmenschlichkeit“ (Rat der EKD, 1994). In der Familie prägen sich Glaubensvorstellungen, werden Strukturen und Muster der Lebensbewältigung erlernt. Sie ist die Urzelle menschlicher Gemeinschaft.

„Eine Gesellschaft braucht auch ein Minimum an wachsenden Familien, damit die Selbstlosigkeit, die in Familien produziert wird, in der Gesellschaft spürbar wird. … Vielleicht sind wir im Begriff, eine Gesellschaft zu schaffen, in der immer mehr Menschen unfähig sind, Liebe und Fürsorge für Kinder und Verwandte aufzubringen.“ (Frank Schirrmacher, Minimum). Wenn die Familie in die Krise gerät, gerät eine ganze Gesellschaft in die Krise. Diese Sorge ist nicht neu. Schon im 19. Jahrhundert formulierte der evangelische Pfarrer und Gründer der inneren Mission J.H. Wichern: „Die christliche Wiederherstellung der Familien und Hausstände in jeder Beziehung… wird eine Hauptaufgaben der inneren Mission sein.“

Woran aber denken wir, wenn wir von Familie reden?
 An die allein erziehende Mutter mit ihrer Tochter?
 An die 50jährige, die zu Hause ihre Mutter pflegt?
 An den Zehnjährigen, der zum Lebenspartner seiner Mutter „Papa“ sagt, während er seinen leiblichen Vater, der sonst wo lebt, mit Vornamen anspricht. Seine Geschwister sind eigentlich die Kinder des Freundes seiner Mutter sind, deren Vater er nicht kennt?
 An das verheiratete junge Paar mit zwei Kindern, über das man im Dorf den Kopf schüttelt, weil beide noch keinen festes Einkommen haben?
 An den türkischen „Familienclan“, der um das Krankenbett eines Familienmitgliedes steht, während die anderen drei Deutschen im Krankenzimmer keinen Besuch bekommen, weil sich ihre familiären Bindungen schon vor Jahren gelöst haben oder weil es schlicht keine Familienmitglieder gibt?
 An das lesbische oder schwule Paar mit einem Kind aus einer vorherigen Ehe?
 An das „traute Heim“ mit Tannenbaum und Oma und Opa im Sessel, Mama beim Vorbereiten des Weihnachtsessens und Papa an der Märklineisenbahn des Sohnes?
 An von engem Mief geprägte Vorgesternheit, aus der Frauen und Kinder vor autoritären oder gewaltsamen Männern flüchten?
 An das unbeschwerte Kind, das lachend von der Mauer in die Arme seines Vaters springt?
 Oder schlicht an den Ort, „wo man nicht rausgeschmissen wird“?

Wenn wir von Familie reden, haben wir klischeehafte Bilder aus unserer Erfahrung, unserer Phantasie oder Sehnsucht im Kopf. Darum sind unsere Familienbilder so verschieden und fällt es so schwer, nüchtern über sie zu sprechen. Familienerfahrung haben alle, so oder so.
Nicht selten verbindet sich mit unseren Familienbildern auch die Sehnsucht nach einer heilen Welt, in der die Kälte und Härte der Schul- und Arbeitswelt ausgeglichen werden soll. Natürlich scheitern solche romantischen Idealisierungen und erzeugen umso mehr Enttäuschung.

Dabei hat sich die Realität von Familien in unserer Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten stark verändert und ist inzwischen so vielfältig, dass man von einer „Pluralisierung der Familienformen“ und von „Patch-Work-Familien“ (bunt zusammen gewürfelte eheliche oder nicht eheliche Generationengemeinschaften) spricht.

Die von der Wirtschaft verlangte Flexibilität verbunden mit einer weiter zunehmenden Individualisierung erzeugen Patch-Work-Biographien mit häufigen Arbeitsplatz- und Wohnsitzwechsel und diese wiederum erzeugen Patch-Work-Familien. Oder sie verhindern ganz und gar die Gründung von Familien. Denn Kinder brauchen Beständigkeit und Verlässlichkeit und passen nicht in diese flexible Arbeits- und Lebenswelt.

Während die Scheidungsrate weiter steigt und die Familienstrukturen immer unübersichtlicher werden, wächst zugleich die Sehnsucht nach solchen verlässlichen Strukturen, nach Familie. Die letzten Shell-Jugendstudien zeigen durchgehend den hohen Stellenwert von Familie in der jüngeren Generation, verbunden auch mit dem Wunsch nach eigenen Kindern. Doch wer nur befristete Arbeitsverträge angeboten bekommt, wer sich darauf einstellen muss, im kommenden Jahr in Tschechien oder China oder gar nicht mehr zu arbeiten (Generation Praktikum), wer seinen Lebenspartner nur einmal in der Woche oder im Monat nach fünfstündiger Autobahnfahrt sieht, für den ist eine Familiengründung kaum möglich, wie sehr er oder sie dies auch wünschen.

Familienpolitik, früher noch als „Gedöns“ verachtet, rückt plötzlich auch bei den Parteien in den Mittelpunkt. Es ist aber durchaus bedenklich, dass die Familie nun erst wieder unter dem Eindruck des drohenden Kollapses unseres Rentensystems in den Blick der Politik gerät. Wiederum bestimmt die Perspektive der Alten, die sich um ihre Rente sorgen, die Debatte.

Familie ist dort, wo Kinder sind. Und darum ist es notwendig, deren Bedürfnisse in den Blick zu nehmen. Kinder sind die Zukunft einer Gesellschaft. Eigene Kinder sind aber inzwischen zum größten Armutsrisiko geworden und kollidieren mit Karriereinteressen der Eltern und den Mobilitätsinteressen der Wirtschaft. Sie gefährden privaten Wohlstand und Freiheit und werden zum persönlichen Luxus, der auch privat zu finanzieren ist. Garantierten leibliche Kinder in vergangenen Gesellschaften noch die eigene Altersversorgung, so schmälern sie diese heute, etwa, wenn ein Elternteil für die Kindererziehung seine Arbeit aufgegeben hat. Wie ist es zu beurteilen, dass ein FamilienLeben mit eigenen Kindern heute ein höheres Armutsrisiko und eine Versorgungsunsicherheit im Alter darstellt, während Kinderlosigkeit in der Regel zu einer höheren ökonomischen Prosperität und einer besseren sozialen Absicherung im Alter führt?

Die Synode der EKHN hat sich in 2002 mit dem Thema „Familie“ beschäftigt und wichtige Impulse gegeben mit bisher aber wenig sichtbaren Konsequenzen. Im Gegenteil, mit der gerade neu eingeführten Kirchlich-Diakonischen Arbeitsvertragsordnung (KDAVO) wurden die Familienfaktoren des bisherigen BAT entfernt, eine deutliche Verschlechterung für Familien. Ebenso ist die Reduzierung der finanziellen Beteiligung der Kirche an den in ihrer Trägerschaft befindlichen Kindertagesstätten kein familienfreundliches Signal.

Mit dem Themenschwerpunkt „FamilienLeben – Generationen gemeinsam“ wollen die Dekanate auf die Gefährdung von Familie und dem Zusammenleben der Generationen in unserer Gesellschaft aufmerksam machen und Gemeinden ermuntern, sich diesem Thema zu stellen. Wie kommt Familie in unserer Gemeinde vor? Wo unterstützen wir sie? Was können wir tun, um die Lebensfähigkeit von Familien und das Zusammenleben der Generationen in unserer Region zu fördern? Wo kann Gemeinde und Diakonie sich für Familie einsetzen?
Wir hoffen, mit diesem Themenschwerpunkt zu einem Familien freundlicheren Klima in unserer Region beizutragen.

Dekan Matthias Ullrich

Die theologischen Impulse finden Sie in der Rubrik "Das Projekt" in der Menüleiste links.



 
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